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Sergej Samsonenko zieht sich auch von FK Vardar Skopje zurück

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Sergej Samsonenko Vardar Skopje

Der russische Geschäftsmann und Investor Sergej Samsonenko zieht sich nun auch vom Fußballverein aus der mazedonischen Hauptstadt Skopje FK Vardar zurück. Er gab die Eigentümerschaft an die Stadt Skopje zurück.


Seit Freitag den 16. Mai ist Sergej Samsonenko nicht mehr der erste Mann in der Fußballabteilung des mazedonischen Traditionsverein Vardar Skopje. Zuvor war Samsonenko schon von der Handball Abteilung RK Vardar Skopje zurück getreten (zuerst von der Damen- dann Männerabteilung). Dies gab nun der russische Investor in einer Pressemitteilung am Freitag bekannt. Neuer (und alter) Eigentümer ist wieder die Stadt Skopje.

Folgend die vollständige Mitteilung von Sergej Samsonenko an die Presse und Öffentlichkeit:

Mit der Übernahme des AD FK Vardar Skopje im Jahr 2014 haben wir begonnen, die Vision zu verwirklichen, einen respektablen und erfolgreichen Fußballverein aufzubauen. Durch die Investition erheblicher finanzieller Ressourcen, harter Arbeit und Energie in den letzten 6 Jahren haben wir uns bemüht, Spitzensportergebnisse zu erzielen.

Wir haben 3 Titel in der Ersten Mazedonischen Liga PMFL gewonnen und uns 2017 für die Europa League qualifiziert, ein Erfolg, die in der Sportgeschichte des Landes in Erinnerung bleiben wird. Vor uns lag der Gewinn des vierten Titel in der heimischen Fußballmeisterschaft.

Trotz unserer harten Arbeit und unseres Engagements gab es auch Schwierigkeiten, den Verein aus finanzieller Sicht zu erhalten, mit denen ich das zweite Jahr in Folge jeden Tag persönlich konfrontiert war.

Bei mehreren Gelegenheiten haben wir die Öffentlichkeit darüber informiert, dass die Finanzierung des Clubs eine große Belastung darstellt und dass es sehr schwierig ist, diese Last zu (er-)tragen. Erschwerend kam hinzu das ich direkt finanziell direkt betroffen war, mit dem Versuch der kriminellen Übernahme meines im Bau befindliches Gebäude im Zentrum von Skopje, das die Haupteinnahmequelle für die Sportmannschaften darstellen sollte.

Das Gerichtsverfahren für den Rechtsstreit ist noch nicht abgeschlossen. Ich hoffe und glaube aufrichtig an die zuständigen mazedonischen Institutionen, die Gerechtigkeit beweisen müssen, und ich hoffe auf ein positives Ergebnis des gesamten Falls.


Darüber hinaus sind aufgrund der Coronavirus Pandemie, die sich global auswirkte, zusätzliche Finanzierungsschwierigkeiten aufgetreten.

Aufgrund dieser Gründe, die bereits außerhalb meiner Macht und Kontrolle liegen, kann ich meine finanziellen Verpflichtungen nicht mehr erfüllen. Um die Zukunft einer der größten Sportmarken des FK Vardar Skopje zu schützen, muss ich diesen Verein an die Stadt Skopje zurückgeben.

Ich glaubte aufrichtig an meine Vision und an die Vision aller Spieler des Vereins, in all den schwierigen Momenten wurden wir nicht von der Liebe zum Sport und dem Wunsch nach neuen Erfolgen geleitet. Wir haben gemeinsam viel erreicht, aber leider sind die Umstände so, dass ich mich von dieser Geschichte zurückziehen muss.

Gleichzeitig informiere ich die Öffentlichkeit darüber, dass ich alle fälligen Verpflichtungen des Clubs bis jetzt übernehme, um den Weg für die neuen, zukünftigen Investoren zu ebnen. Ich wünsche ihnen aufrichtig und hoffe, dass sie in Zukunft erfolgreich sein werden, um den erfolgreichen Club den wir in den vergangenen Jahren aufbauten und das Ansehen des Clubs aufrechtzuerhalten.

Sportliche Grüße, Sergej Samsonenko

Sergej Samsonenko

Über Sergej Samsonenko

Sergej Samsonenko ist am 17 November 1967 in Rostow am Don, Russland, geboren.

Der Vater des Geschäftsmanns war Experte für Kühlgeräte. Samsonenkos Mutter Raisa leitete Mitte der 1980er Jahre eine große Pushinka-Firma – ein Netzwerk von Werkstätten für die Herstellung und Reparatur von Strickwaren mit insgesamt 2.000 Mitarbeitern.

Zur Zeit der Perestroika war Samsonenko in der Armee und wurde Ende 1987 demobilisiert, danach begab er ich in das Rostower Institut für Volkswirtschaft (RINH).

Samsonenko wechselte bald in das Fernstudium der Universität, offiziell „zur Anstellung als Experte für Warenwissen in Pushinka“, wie aus einer Bestätigung der Wirtschaftsuniversität Rostow hervorgeht. Wie Samsonenko selbst in zwei Fernsehinterviews sagte, verdiente er seine erste Million in Turnschuhen.

In den späten 1980er Jahren wurde Rostow von einer echten Epidemie heimgesucht. „Billige Nähmaschinen wurden in die Stadt gebracht, daher wurden Turnschuhe von allen hergestellt, denen das nichts ausmachte“, erinnert sich Yuri Rostovtsev, Inhaber der Schuhfirma Yuri. Kunstlederschuhe wurden sogar auf den Balkonen von Wohnhäusern hergestellt und von Rostow über das Land transportiert, fügte ein weiterer Veteran der lokalen Schuhindustrie hinzu, der CEO von Valeria, Yuri Gasparyan.

Im Jahr 2012 begannen die Investitionen in den Sport: Der Mann aus Rostow wurde etwa ein Jahr später Eigentümer der Damenabteilung des Handballclubs RK Vardar Skopje. Etwas später übernahm er auch die Männer von RK Vardar, und noch mal einige Monate später erhielt er für 80.000 Euro von den Stadtbehörden in Skopje die Eigentümerschaft für den Rekordmeister von Mazedonien, FK Vardar.

Lesetipp: Das Nationalstadion in Skopje (Heimspielstätte von FK Vardar)


Der Geschäftsmann aus Rostow erhielt von den Behörden der Gemeinde Aerodrom im selben Jahr 2012 eine Konzession für den Wiederaufbau des alten Sportkomplexes. In zwei Jahren wurde dort die neue Arena „Jane Sandanski“ mit 6.500 Sitzplätzen gebaut, in der beide Abteilungen (Frauen und Männer) von RK Vardar Handball spielen. Teil der neuen Arena und Heimat von RK Vardar ist ebenso ein Hotel mit dem Namen „Hotel Russia“.

In der Nähe des Hotels entstand auch ein Tenniszentrum mit acht Tennisplätze. Die Gesamtinvestition in den Sportkomplex beläuft sich laut mazedonischen Medien auf rund 20 Millionen Euro. Direkt neben der Handball Arena stiftete Samsonenko auch den Bau einer kleinen Russisch-Orthodoxen Kirche.

Im Jahr 2015 baute der Klub unter Samsonenko ein 4 Millionen Euro teures Trainingszentrum im Stadtteil Hipodrom. Samsonenko war auch bereit, FK Vardar sein eigenes Fußball Stadion mit 20.000 Sitzplätzen zu bauen. Man konnte sich jedoch nicht mit dem Büro des Bürgermeisters auf ein geeignetes Baugrundstück einigen. Unter anderem wurde ein Standort weit weg vom Trainingszentrum auf der anderen Seite der Stadt in Gjorce Petrov vorgeschlagen.

Unter der Leitung von Samsonenko errichtete und erbaute die Fußballabteilung eine Fußballakademie für den Nachwuchs. Direkt neben der Nationalen Arena im Stadtpark der mazedonischen Hauptstadt.

Erstmals kündigte Samsonenko einen möglichen Rücktritt im Jahr 2017 an, nachdem in Mazedonien mittlerweile ein Machtwechsel vollzogen wurde. Samsonenko war Gegenstand von verbalen und politischen Angriffen der neuen Machthaber, als diese noch in der Opposition verweilten.

Es war kein Geheimnis, das die neuen Machthaber in Mazedonien eine Abneigung gegenüber Samsonenko hegten. Diese resultierten in einige Anschuldigungen von Seiten Samsonenko gegen die Regierung. Nach dem ersten angekündigten Rücktritt im Jahr 2017, wiederholte sich das Spiel Rücktritt-Rücktritt vom Rücktritt in den nächsten zwei Jahren. Im Januar 2020 gab Sergej Samsonenko seinen endgültigen Rücktritt vom zweimaligen Champions League Sieger RK Vardar Skopje bekannt.

QUELLEN: Netpress.mk und MKD.mk (Mazedonisch),zusammengefasst und übersetzt von mazedonien-news.mk


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