Nach Skandal – MRT erwägt Rückzug aus Eurovision Song Contest

Das mazedonische Radio und Fernsehen MRT erwägt den Rückzug Mazedoniens aus dem Eurovision Song Contest ab 2023. Ausschlaggebend war erneut ein Skandal der in Mazedonien für heftige Rektionen sorgte und „negative Publicity für den Staatssender“ bescherte. Wieder ging es um eine Flagge, doch dieses mal um die Mazedonische.

Bei der Eröffnungszeremonie, hat die mazedonische Interpretin Andrea die mazedonische Flagge auf den Boden geworfen. Diese Szene sorgte in Mazedonien für heftige und wütende Reaktionen.

In einem Video Clip konnte man sehen wie Andrea bei einem Fotoshooting bei der Eröffnungszeremonie die Flagge wegwarf. Man kann durchaus behaupten, dies geschah nicht unbedingt aus Respektlosigkeit, doch die Missachtung nationaler Symbole ist in Mazedonien eine Straftat, was bedeutet, dass man gegen Andrea für ihre Handlungen auf dem roten Teppich sogar rechtliche Schritte einleiten könnte.

Die Sängerin entschuldigte sich daraufhin in einer Videobotschaft an die mazedonische Öffentlichkeit, die sie mit Hasstiraden überschüttete. „Die Fotografen hatten mich gebeten ein Foto ohne der mazedonischen Flagge mit mir zu machen, da von meiner Delegation keiner in der Nähe war, habe ich die Flagge zu Boden geworfen“.

Die Szene könnt Ihr hier in der Aufnahme der Zeremonie sehen (Player sollte automatisch ab dem Auftritt von Andrea starten, wenn nicht, ab Minute 55:40):

In Mazedonien dagegen, sah man die Szene etwas differenzierter. Andrea repräsentiere das Land, so ein Umgang mit der Staatsflagge sei nicht tragbar. Viele forderten umgehend, die Kandidatin nachhause zu schicken. MRT prüfte auch diesen Schritt und zog einen Rückzug der mazedonischen Kandidaten in Betracht, jedoch „seien alle Fristen für einen Abzug der Kandidaten schon verstrichen“.

Der Sender erklärt, dass er die Entscheidung getroffen hat, im Wettbewerb 2022 zu bleiben, aber, man erwägt den Rückzug aus dem Eurovision Songcontest zum nächsten Jahr.

In einer Stellungnahme des MRT heißt es:

Ein solcher Schritt zu einem Zeitpunkt, an dem alle Widerrufsfristen verstrichen sind, würde einen großen finanziellen Schaden und andere nicht zu vernachlässigende Sanktionen nach sich ziehen. Die Annullierung würde nämlich die Teilnahme und Abweichung der Fernsehrechte an allen anderen Veranstaltungen gefährden, die der öffentlich-rechtliche Rundfunkveranstalter als Mitglied des European Broadcasting Network erhält.

Das mazedonische Radio Fernsehen wird nach der Rückkehr unserer Delegation aus Turin alle rechtlichen Entscheidungen und Disziplinarmaßnahmen treffen, nachdem die Mitglieder Berichte über die Ereignisse der Zeremonie vorgelegt haben.

Aufgrund des negativen öffentlichen Images des Eurovision-Projekts, das enorme negative Publicity auf MRT verursacht, erwägt die MRT-Redaktion die Möglichkeit, dass das mazedonische Radio und Fernsehen nächstes Jahr nicht mehr am Eurovision Song Contest teilnehmen wird.

Andrea singt am zweiten Halbfinal-Abend beim Eurovision Song Contest 2022

Die mazedonische Interpretin wird am zweiten Halbfinal-Abend ihr Lied Circles präsentieren (Donnerstag 12 Mai.). Andrea Koevska, wie sie mit ganzen Namen heißt, ist im mazedonischen Musikbusiness noch relativ Unbekannt.

Sie wurde in Skopje geboren, zog jedoch mit fünf Jahren für ein Jahr mit ihren Eltern (einer Ärztin und einem Professor für Recht) nach Harlem, wo sie ihre Liebe für Musik entdeckte. Besonders unterstützt in ihrer Leidenschaft für Musik wurde sie von ihrem Großvater, der jedoch starb, als sie neun Jahre alt war.

Weil Andrea Videos von sich selbst beim Singen im Internet postete, wurde der mazedonische Musikproduzent Aleksandar Masevski auf sie aufmerksam und arbeitet seitdem mit ihr zusammen. Er motivierte sie auch dazu, sich an der Musikfakultät Skopjes einzuschreiben. Ihre Debütsingle I Know wurde 2020 veröffentlicht, es folgten mehrere weitere Singles.

Im Januar 2022 wurde bekanntgegeben, dass Andrea eine der sechs Teilnehmer des mazedonischen Vorentscheids für den Eurovision Song Contest 2022 sein würde. Im Finale des Vorentscheids am 4. Februar 2022 endete sie mit Viktor Apostolovski punktgleich auf dem ersten Platz. Da sie von der Jury mehr Punkte erhalten hatte, wurde ihr schließlich der Sieg und damit die Teilnahme am ESC zugesprochen.

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