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Wirtschaft

Haushaltslücke in Mazedonien mehr als verdreifacht – Tourismus Branche vor Kollaps

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Mazedonien Fahne

Im Zuge der Pandemie wird Mazedoniens Wirtschaft hart getroffen. Die Haushaltslücke hat sich mehr als verdreifacht weil man nicht genügend Steuern nicht eintreiben konnte, und der Tourismus Sektor geht auf die Barrikaden da sie den Kollaps befürchtet. Die letzten Jahre waren für die Tourismusarbeiter im Land nach dem Projekt Skopje 2014 von Aufschwung begleitet, der nun abrupt endete bevor die Saison überhaupt anfing.


Das mazedonische statistische Amt Makstat als auch das Finanzministerium, mit neueste Zahlen, die wir hier Euch zusammenfassen.

Haushaltslücke im ersten Halbjahr mehr als verdreifacht

Mazedonien verzeichnete im ersten Halbjahr 2020 eine Haushaltslücke von 25,95 Milliarden Denar (etwa 494 Millionen US-Dollar, oder 421 Millionen Euro), verglichen mit dem Defizit von 7 Milliarden Denar im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie die neusten Daten des Finanzministeriums am Dienstag zeigten.

Die konsolidierten Einnahmen beliefen sich im Zeitraum Januar bis Juni auf 87,4 Milliarden Denar, verglichen mit 96,2 Milliarden Denar im gleichen Zeitraum des Jahres 2019. Die Steuereinnahmen gingen nach Angaben des Finanzministeriums von 677 Millionen Denar auf 481 Millionen Denar zurück.

Die Gesamtausgaben stiegen im Berichtszeitraum auf 113,4 Milliarden Denar, verglichen mit 103,2 Milliarden Denar im ersten Halbjahr 2019.

Allein im Juni stieg die Haushaltslücke auf 7 Milliarden Denar, verglichen mit einem Defizit von 2 Milliarden Denar im Vorjahresmonat.

Im Mai überarbeitete Mazedonien sein Budget für 2020, um die Auswirkungen der Coronavirus-Krise zu bewältigen. Das Land strebt nun ein Defizit an, das 6,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entspricht, verglichen mit einem Defizitäquivalent von 2,3 Prozent des BIP, das es in seinem ursprünglichen Haushaltsplan 2020 prognostiziert hatte.


(1 Euro = 61.66 Denar)

Tourismus in Mazedonien eingebrochen

Am stärksten von der Pandemie betroffen war und ist der Tourismus Sektor in Mazedonien. Gerade dieser hatte sich nach Jahren gemausert und war stetig gewachsen und von Aufschwung begleitet. Bedingt natürlich auch durch das Projekt 2014, welches im Ausland zumeist Kritik einstecken musste, jedoch so globale Aufmerksamkeit und kostenlose Promotion genoss. Dann kam die Pandemie im März über das Land…wir veranschaulichen dies folgend mit den neusten Zahlen von Makstat.

Die Zahl der Touristen, die Mazedonien im Mai besuchten, ging gegenüber dem Vorjahr um 99,2% auf ganze 838 Touristen zurück, wie die letzt verfügbaren Zahlen des statistischen Amts des Landes zeigen. Dadurch werden die Auswirkungen der Beschränkungen für die Reise- und Gastgewerbebranche, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern mehr als offensichtlich.

Inländische Touristen im Land gab es 655 an der Zahl, 97,8 Prozent weniger als im Mai 2019, während die Zahl der internationalen Besucher im Mai im direkten Jahresvergleich um 99,7 Prozent auf 183 Besucher sank.

Die Zahl der Übernachtungen, die Touristen in Mazedonien im Berichtszeitraum verbrachten, verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 97,6 Prozent auf 4.946 Übernachtungen.

Von der Gesamtzahl der ausländischen Touristen, die im Mai Mazedonien besuchten, kamen 32,8 Prozent aus Ungarn, 11,5% aus Polen und 9,8% aus Österreich.

Mazedonien bestätigte am 26. Februar seinen ersten Fall von Coronavirus. Mitte März ordnete die Regierung die Schließung der beiden internationalen Flughäfen des Landes in Skopje und Ohrid an und verbot Ausländern die Einreise.

Das Land hat aktuell über zehntausend Coronavirus-Fälle bestätigt, darunter fast 400 Todesfälle, teilte Gesundheitsminister Venko Filipce in einem Twitter-Beitrag mit.

Tourismus Branche protestiert und ersucht Rettung vor dem Bankrott

Die zuständigen Institutionen schwiegen zu den Hilfsanfragen der Reisebüros, Reiseleiter und Transportunternehmen, und aus diesem Grund kündigten die Touristenarbeiter einen Protest für Mittwoch, d.h. heute Nachmittag ab 16:00 Uhr an.

Am Protest Marsch, der in der mazedonischen Hauptstadt Skopje vor „Drvo Dekor“ beginnen wird und sich in Richtung „Kocho Racin“, „11. Oktober“, „Dimitrie Cupovski“, „Vasil Glavinov“, Boulevard „VMRO“, Boulevard „Ilinden“ bis zum Regierungsgebäude bewegen wird, sollen an die Tausend Demonstranten aus der Tourismus Branche teilnehmen.

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Um dem Protest mehr Ausdruck zu verleihen, wird der Protest Zug von Reisebusse begleitet, natürlich symbolisch jeweils ein leerer Reisebus ohne Fahrgäste bzw Touristen.


„Es ist geplant, einige der Teilnehmer erneut anzusprechen, um zu wiederholen, dass wir seit fünf Monaten kein Einkommen mehr haben, keine Möglichkeit haben, die Funktionalität unserer Sektoren aufrechtzuerhalten, und dass wir in den kommenden Tagen gezwungen sein werden Vorhängeschlösser an unseren Türen anzubringen, wenn der Staat uns nicht hilft.“ heißt es in der Ankündigung des Protestes.

Der Protest, wie der Organisator angibt, hat keinen politischen Hintergrund und sie distanzieren sich von jeglicher politischer Verbindung. Sie versichern auch, dass die Organisation des Protests die Schutzmaßnahmen gegen Covid-19 einhalten wird und diese als verpflichtend betrachtet.

QUELLEN: Makstat, Finanzamt Mazedoniens und SeeNews (Mazedonisch und Englisch). Zusammengefasst und übersetzt von mazedonien-news.mk.


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