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‚MK-Skopje‘ Forcierte Namensänderung Mazedoniens umsonst

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Die Forcierte Namensänderung Mazedoniens war wohl umsonst, auch als mittlerweile vollwertiges Mitglied der NATO nennt das Bündnis den Staat immer noch nicht beim Namen!

Die NATO zeigt weiterhin eine Blockade beim „M-Wort“ und bezeichnet Mazedonien nach der forcierten Namensänderung als „MK-Skopje“ statt mit der neuen Bezeichnung, welche im Land selbst immer noch auf Ablehnung stößt.

NATO Videochat mit Generalleutnant aus MK-Skopje

Die mazedonischen sozialen Netzwerke in Aufruhr. Ein Pressebild des mazedonischen Verteidigungsministerium sorgte für gehitzte Gemüter. Entgegen der offensichtlichen Praxis den Landesnamen im Video-Bild der Teilnehmer des Videochats einzublenden, wie bei all den anderen Teilnehmern eindeutig aus dem Bild unten erkennbar, wird Mazedonien nicht als „Nordmazedonien“ sondern als „MK-Skopje MOD“ bezeichnet. (Das MOD steht hierbei für Ministry of Defense – Verteidigungsministerium).

Dabei sollte es ein „historischer“ Moment werden, wie die mazedonische Regierung vorab pompös verlauten ließ. Der Generalstabschef, Generalleutnant Vasko Gjurcinovski, nahm zum ersten Mal als vollwertiges Mitglied an der 183. ordentlichen Sitzung des NATO-Militärausschusses (MC) teil, der hochrangigen Militärbehörde des Bündnisses.

Während des virtuellen Treffens diskutierten die Generalstabschefs der 30 Mitgliedstaaten die aktuellen Operationen, Missionen, Aktivitäten und operativen Verpflichtungen zum Aufbau von Stabilität und zur Stärkung von Partnerschaften gemäß der Tagesordnung.

Wie das mazedonische Portal Republika desweiteren berichtet, war während der ganzen Konferenz auch nicht erwähnt worden, dass Gjurcinoski Generalleutnant der mazedonischen Armee ist. Er wurde kurzerhand nur als Mitglied des MOD bezeichnet.

Forcierte Namensänderung Mazedoniens umsonst – trotz versprochener „einbetonierten Identität“

Erzürnt darüber zeigte sich die mazedonische Öffentlichkeit, die immer mehr davon überzeugt ist, dass die forcierte Namensänderung Mazedoniens wohl umsonst war. Und das obwohl Premierminister Zoran Zaev sich beim Akt der Namensänderung damit rechtfertigte, dass nun die „mazedonische Identität fest einbetoniert sei“. Damit wollte Zaev versichern, dass obwohl das Land seinen Namen ändert, die Mazedonier weiterhin Mazedonier bleiben, und die Sprache weiterhin als die Mazedonische Sprache bezeichnet wird.

Unsere Identität ist einbetoniert. Mazedonische Sprache, Mazedonische Identität in der EU und NATO“ lauteten Slogans von Zaev und seiner Partei, der sozialdemokratischen SDSM, die als direkte Nachfolgepartei des Bundes der Mazedonischen Kommunisten aus dem Einparteiensystem Jugoslawiens hervorging.


Um diesem Akt Nachdruck zu verleihen, veröffentlichte das Mazedonische Außenministerium nach der forcierten Namensänderung sogar ein Handbuch als Leitfaden, wie Medien in Zukunft sich auf das umbenannte Land beziehen sollten. Im Grunde hatte sich das die Regierung einfach vorgestellt: Man ändert nur den Staatsnamen, alles andere bleibt (fast) wie gehabt.

Lesetipp: Mazedonische Sprache gerät von EU und dessen Mitglieder unter Beschuss

Land Nordmazedonien, die Bevölkerung Mazedonier, die Sprache Mazedonisch – so lautete die Vorstellung. Jedoch zeigte die Praxis der Medien weltweit, dass die Namensänderung alles andere als leicht zu verstehen ist. Entgegen der Vorstellung der Regierung und den Versprechungen der „Einbetonierung“, bezeichneten Medien die Mazedonier ab dann fälschlich als „Nordmazedonier“, das Adjektiv mazedonisch wurde in „nordmazedonisch“ umgewandelt, und so weiter und so fort.

Forcierte Namensänderung Mazedoniens

Warum sprechen wir hier von forcierter Namensänderung Mazedoniens? Aus dem ganz einfachen Grund: der Prozess zur Änderung des Staatsnamens war forciert. Sowohl von Innen als auch Außen.

Das mazedonische Volk, bzw. die Wahlberechtigte Wählerschaft des Landes, hatte das Referendum zur Namensänderung boykottiert. Der Volksentscheid erreichte keinen Konsensus und wurde von der Wahlkommission als gescheitert erklärt. Somit hatten die Mazedonier ein legitimes Demokratisches Mittel wahrgenommen, um die Namensänderung -so wie diese Lösung von dieser politischen Garnitur vorgeschlagen wurde- zu verhindern.

Die Regierung jedoch forcierte daraufhin die Namensänderung weiter, ohne Rücksicht auf den Volksentscheid zu nehmen und zog den Akt der Namensänderung im Alleingang ohne nationalen Konsens durch. Das auch dies nicht mit Rechten Dingen geschah, könnt Ihr unter anderem in unserem Artikel Stimmenkauf in Mazedonien: Zaev bietet Amnestie für Namensänderung nachlesen.

Forcierte Namensänderung auch deshalb, weil noch vor dem Referendum sich die politische Weltelite in Skopje die Klinke in die Hand gab. Sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel, oder Österreichs Sebastian Kurz waren in Skopje zu Gast und bettelten das mazedonische Volk förmlich an, ihren Staat umzubenennen. All dies ließ aber die Mazedonier kalt, sie wollten ihren Namen nicht ändern. Nicht zu diesen Konditionen. Ihnen war wohl bewusst, dass diese „Lösung“ von Zaev, welche auf dem Prespa-Abkommen mit Athen fundiert, keine gute Lösung ist.

Die neuesten Ereignisse nun, zeigen eindeutig das die Mazedonier mit ihrer Einschätzung sehr richtig lagen…

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