Die mazedonische Regierung hat erneut bekräftigt, dass sie keine Pläne zur Gründung einer neuen nationalen Fluggesellschaft hat, die seit dem Zusammenbruch von MAT Macedonian Airlines zehn Jahre zurückliegt. Damit schließt sie eine neue staatliche Airline definitiv aus.

Die amtierende Regierung hat zu Beginn ihres Mandats vor einigen Jahren über die Möglichkeit nachgedacht, eine neue staatliche Airline einzurichten, hat sich jedoch dagegen entschieden. Stattdessen hat sie diesen Januar (nach langem hin und her) einen neuen Dreijahres-Subventionsvertrag mit Wizz Air über die Einführung neuer Strecken unterzeichnet.

Die finanzielle Unterstützung umfasste eine einmalige Zahlung von 40.000 Euro für jedes neu eingeführte Ziel sowie neun Euro pro Passagier für jede neue Strecke von Skopje im ersten Jahr, acht Euro im zweiten Jahr und sieben im dritten Jahr. Auf der anderen Seite erhält die Fluggesellschaft im ersten Betriebsjahr dreizehn Euro pro Passagier für jedes neue Ziel ab dem Flughafen Ohrid am gleichnamigen See, dann zwölf Euro im zweiten und elf Euro pro Reisendem im dritten Betriebsjahr.

Der Leiter der mazedonischen Zivilluftfahrtbehörde sagte gegenüber mazedonische Medien, die Einrichtung einer neuen nationalen Fluggesellschaft sei unrentabel.

Ich muss meine persönliche Meinung bekräftigen, dass es derzeit keine wirtschaftlich vertretbare Rechtfertigung für die Entwicklung eines derart veralteten Konzepts gibt. Unsere Expertenrecherchen, Analysen und Machbarkeitsstudien sowie Vergleichserfahrungen aus Ländern der Region haben gezeigt, dass eine solche Fluggesellschaft in betriebliche Schwierigkeiten geraten, den Staat finanziell belasten und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes beeinträchtigen würde. Aufgrund der Notwendigkeit eines anhaltenden staatlichen Interventionismus trotz der bestehenden Politik der Europäischen Union zur Förderung eines fairen Wettbewerbs“.

Er stellte jedoch fest, dass die Agentur Unterstützung gewähren würde, wenn ein privater Investor daran interessiert wäre, Flugzeuge in Mazedonien zu registrieren, oder eine Fluggesellschaft in Form einer öffentlich-privaten Partnerschaft gründen würde, wenn der Staat ein wirtschaftliches Interesse an einem solchen Unternehmen sehe.

Zwei staatliche Airlines bisher

In Mazedonien gab es seit der Unabhängigkeit in den neunziger Jahren zwei nationale Fluggesellschaften, die später Insolvenz anmelden.

Palair Macedonian Airlines wurde 1991 als erste nationale Fluggesellschaft des Landes gegründet, wurde jedoch 1994 durch die Gründung von MAT Macedonian Airlines von der lokalen Konkurrenz getroffen. Infolgedessen wurde der Flugbetrieb 1996 eingestellt.


In der kurzen Geschichte von PalAir Macedonian ereignete sich auch eine Tragödie. Am 05.03.1993 stürzte eine Maschine der PalAir kurz nach dem Start in Skopje ab. Das Unglück forderte 82 Todesopfer, von 97 Insassen. Unter den Opfern befanden sich auch sechs Beamte des Deutschen Grenzschutz.

Mehr Details in unserem Beitrag: Absturz der Pal Air Macedonian PH-KXL nach Start am Skopjer Flughafen

Macedonian Airlines MAT

MAT wurde in Zusammenarbeit zwischen JAT Yugoslav Airlines und lokalen Geschäftsleuten gegründet. Im Jahr 2000 erklärte die mazedonische Regierung MAT zum nationalen Carrier des Landes, das zwei privaten Interessengruppen gehörte. Aufgrund der zunehmenden Verschuldung und der politischen Auseinandersetzung stellte MAT den Betrieb im September 2009 ein.

Lesetipp: Der erste Nationale Carrier: PalAir Macedonian Airways

Nach dem Untergang von MAT wurde einige Jahre später versucht, die Fluggesellschaft als MatAirways neu zu starten, was jedoch ebenfalls fehlschlug.

Air Serbia ist laut aktuellem Finanzbericht zu 100% an einer in Mazedonien registrierten Gesellschaft namens AeroMak beteiligt, die jedoch derzeit nicht aktiv ist. Sein Vorgänger Jat Airways plante Ende 2009 die Gründung einer Fluggesellschaft unter dem Namen, schob sie jedoch später zurück.