Die Weigerung der Europäischen Union, EU-Beitrittsgespräche mit Mazedonien aufzunehmen, hat zu einem Eindruck von Euroskepsis in der Region geführt, so das in Sofia ansässige Euro-Atlantic Security Center (EASC).

Die mazedonische Gesellschaft hat sich vom alten Europa betrogen gefühlt„, gab die Think-Tank zu verstehen, die vom ehemaligen bulgarischen Innenminister und ehemaligen GERB-Mann Tsvetan Tsvetanov gegründet wurde.

Der mazedonische Ministerpräsident Zoran Zaev sei ein politisches Risiko eingegangen, um die emotional aufgeladenen historischen Probleme durch den Nachbarschaftsvertrag mit Bulgarien und das s.g. Prespa Abkommen mit Griechenland zu lösen um die EU-Beitrittsgespräche mit Mazedonien zu sichern.

Dies hatte zur Folge, dass die Ablehnung der EU nun zu vorgezogenen Parlamentswahlen in Mazedonien führt und die Gefahr besteht, dass eine politische Kraft mit eindeutiger antibulgarischer Rhetorik an die Macht kommen kann und den Beitritt zur Nato verzögert.

Die Konsequenzen verdeutlichen die geopolitische Verschiebung in der Region, so die EASC.

Im Anschluss an die Tagung des Europäischen Rates hatte sich der serbische Präsident für strategische Beziehungen zu Russland und China ausgesprochen, gerade weil die EU nicht in der Lage war, den Wünschen der Länder in der Region nachzukommen.

Er machte deutlich, dass sich der westliche Balkan nicht auf die EU verlassen kann. Aus diesem Grund wurde die Initiative „Small Schengen“ mit Albanien und Mazedonien ins Leben gerufen – siehe dazu unseren Beitrag: Albanien, Mazedonien und Serbien unterzeichnen ‚Mini-Schengen-Abkommen‘.

„Wir erleben einen Moment, in dem Serbien als russischer Verbündeter versucht, auf Kosten der EU und der Nato die Initiative auf dem westlichen Balkan zu ergreifen, und der französische Präsident Macron in öffentlichen Reden eine neue Vision in Partnerschaft mit Russland ankündigt.“

Gleichzeitig könnte eine anti-bulgarische Regierung in Skopje an die Macht kommen. Ein solches Szenario geht zu Lasten Bulgariens. Somit könnte dieser theoretische Streit in Brüssel echte negative Folgen für den Einfluss, die Sicherheit und die Positionierung Bulgariens auf dem Balkan haben “, warnte die bulgarische EASC.

Wir unterstützen nachdrücklich die Entschließung des Europäischen Parlaments zur Aufnahme von Verhandlungen mit Nordmazedonien und hoffen, dass die EU in der Lage ist, ihre Differenzen zu überwinden, indem sie die Bemühungen von Skopje und die Interessen Bulgariens und anderer Mitgliedstaaten in der Region bewertet.

Vor diesem Hintergrund müsse Bulgarien seine Beziehungen zu Mazedonien nicht nur politisch, sondern auch durch die Priorisierung der physischen Infrastruktur weiter vertiefen: Grenzübergänge und die Eisenbahnlinie Kyustendil-Kriva Palanka.

Nur so kann Sofia seine Position in einem komplizierten geopolitischen Umfeld behaupten und gleichzeitig für die Interessen der EU arbeiten„, meint das Think-Thank Zentrum.

QUELLE: Nezavisen Vesnik (Mazedonisch), übersetzt von Makedonien News