In einem der ältesten Nationalparks des Balkans führt Euch dieser „Reiseleiter Mazedonien“, in den Pelister Nationalpark bei Bitola.

Der Baba-Berg, unter dem die Stadt Bitola liegt, birgt viele Geheimnisse, aber der größte, schönste und aufregendste wird von seinem Gipfelspitzen Pelister bewahrt. Wo die Höhen der Berge die Wolken durchschneiden, verstecken sich zwei Bergseen, zwei wunderschöne blaue Augen, die die ganze Schönheit widerspiegeln.

Schon am Fuß des Babas spürt man den Zauber von Pelister, von dem aus ein schmaler, landschaftlich reicher, gewundener Weg zu den Gletscherseen führt.

Pelister ist einer der ersten geschützten Nationalparks auf dem Balkan. Aufgrund des Relikts der Tertiärflora – Molika (Pinus Peuce Griseb) und des morphologischen und glazialen Reliefs im alpinen Teil des Berges wurde Pelister schon 1948 zum Nationalpark erklärt.

Der Pelister Nationalpark liegt an der südlichen Grenze Mazedoniens zu Griechenland und verläuft entlang des Baba-Berges (dem dritthöchsten in Mazedonien). Der Nationalpark liegt nur 15 km von Mazedoniens zweitgrößter Stadt Bitola entfernt und bietet eine belebende natürliche Flucht aus dem städtischen Leben.

Der Pelister zeichnet sich durch üppige, gut bewässerte Wälder und einzigartige geologische Formationen aus, zu denen Schichten aus Magma aus dem Paläozoikum und dem Mesozoikum sowie Schichten aus Quarz gehören. Der Kern des Berges besteht aus Granit, der etwa 465 Millionen Jahre alt ist. Der Berg hat eine große Anzahl von Gipfeln, die höher als 2000 Meter sind und durch tiefe Täler getrennt sind.

Der Gipfel Pelister selbst ragt auf einer Höhe von 2.601 Metern empor. Der Park ist auch reich an Quellen, Bächen und Flüssen ist, beherbergt zwei Gletscherseen, die vor Ort als die „Augen des Pelister“ (Pelister’s Eyes) bekannt sind.

Besonders interessant für die Touristen ist die touristisch-erholsame Zone, deren Flächen zu der zweiten Kategorie von Naturwerten mit spezifischen Naturmerkmalen und Schönheiten gehören, die für Urlaub und Erholung genutzt werden können. Hier gehören die Zonen „Big Valley“ und „Low Field“.

Die Geschichte der Pelister Augen – der zwei Bergseen

Der Pelister Nationalpark ist auch bekannt für seine zwei Bergseen, die Pelister’s Eyes genannt werden. Der Große See liegt 2.218 Meter über dem Meeresspiegel, während der Kleine See 2.180 Meter hoch liegt. Hier entspringen viele Flüsse.

Das Klima im Pelister National Park ist vielfältig. Auf den Gipfeln liegt sogar im Juli Schnee und an einigen Stellen trifft der Neuschnee auf den alten aus den Vorjahren.

Es gibt eine Legende über ihre Entstehung der beiden Augen: Es heißt, die Seen seien aus den Tränen zweier Schwestern entstanden, die sich in einen schönen Jungen namens Pelister verliebt hatten. Aber ihre Mutter erlaubte keiner von ihnen, ihn zu heiraten. In einem Moment der Wut schickte sie sie zum Berg und verfluchte sie die Töchter, nahe beieinander zu sein, sich aber nicht sehen zu können.

Als sie durch den Wald wanderten, kam eine der Schwestern zu dem Ort, der heute als „großer See“ bekannt ist, und die andere Schwester zu dem Ort, der als „kleiner See“ bekannt ist.

Mit gebrochenem Herzen fingen beide an zu weinen. Sie weinten so sehr, dass sich aus ihren Tränen diese zwei wunderschöne Seen bildeten.

Der Pelister Nationalpark ist voller exquisiter Flora und Fauna

Der Pelister Nationalpark ist voller exquisiter Flora und Fauna. Unter den Pflanzenelementen ist vor allem die Mazedonische Kiefer-Mollica Pinus peuce von Bedeutung – eine einzigartige Art des Tertiäralters, die nur auf wenigen Bergen der Balkanhalbinsel vorkommt.

Die Wälder von Molika sind besonders repräsentativ für den bedeutenden natürlichen Reichtum dieser Region. Als endemische Art, die in anderen Gebieten selten anzutreffen ist, hat sie sowohl einen wissenschaftlichen als auch einen ästhetischen Wert. Es gibt die besonders seltene Art Taxus baccata, während die Art Vaccinium uliginosum ein Eiszeitrelikt ist und Trollius europeaneus als boreales Relikt gilt.

Die Schönheit der Landschaft wird durch die abwechslungsreiche Tierwelt unterstrichen: Wildpferde, Bären, Rehe, Wölfe, Gämsen, Hirsche, Wildschweine, Kaninchen, verschiedene Adlerarten, Rebhühner, Rotschnabel-Dohlen und die endemische mazedonische Pelagonia-Forelle.

Das Klima im Pelister National Park ist vielfältig. Auf den Gipfeln liegt sogar im Juli Schnee und an einigen Stellen bleibt er das ganze Jahr über auf dem Berg liegen. Der Park ist reich an Flora und Fauna: Buchen- und Eichenwälder, Almen, zahlreiche Heilkräuter und verschiedene Früchte wie Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren und Blaubeeren. Die Ernte dieser Früchte ist eine der Hauptattraktionen für Besucher dieser Gebiete.

Vom Pelister aus kann man das Pelagonia-Tal, den Prespasee, die Berge Nidže, Galičica, Jakupica und die Stadt Bitola sehen. Interessanterweise ist Pelister einer der südlichsten Berge auf dem Balkan, der einen alpinen Charakter zeigt.

Kirchen und Klöster

Der Pelister National Park hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen Wanderweg zu markieren und zu pflegen, der es allen Naturliebhabern und Bewunderern des kulturellen Erbes ermöglicht, die Kirchen und Klöster der Dörfer an den Hängen des Pelister zu besuchen.

Rund um Pelister gibt es 40 Kirchen und Klöster aus dem 12. Jahrhundert.

Der erste Teil des Weges beginnt im Dorf Trnovo und führt durch die Dörfer Magarevo und Rotino zum Dorf Capari, während der zweite Teil an den Kirchen und Klöstern im Dorf Malovishta vorbeiführt.

Wer sich für einen spannenden Spaziergang auf diesem Weg entscheidet, besucht zunächst die Kirche Maria Himmelfahrt der Muttergottes am Rande des Dorfes Trnovo. Diese Kirche aus dem Jahr 1854 befindet sich direkt am Dorfeingang. Sie wurde im Ersten Weltkrieg vollständig zerstört und viele ihrer wertvollen Relikte gingen spurlos verloren.

In den 1930er Jahren wurde die Trnovo-Kirche von der örtlichen Bevölkerung rekonstruiert und wurde wieder zum Zentrum des geistlichen Lebens des Dorfes. In den letzten Jahren war der Kirchhof ein Sommertreffpunkt für Auswanderer in Europa und Übersee sowie für die Mazedonier, die nach dem griechischen Bürgerkrieg aus (Nord-)Griechenland vertrieben wurden.

Vom Dorf Trnovo führt der Wanderweg weiter zum Dorf Magarevo, wo 1834 eine Kirche erbaut wurde, die dem Heiligen Großen Märtyrer Dimitri gewidmet ist. Während des Ersten Weltkriegs teilte diese Kirche das gleiche Schicksal wie die Kirche in Trnovo, sie wurde vollständig zerstört und nichts von dem Inneren blieb erhalten.

Auf dem Weg nach Capari passieren die Besucher Rotino, wo sie die Hl. Nikola-Kirche und das Hl. Ilija-Kloster besichtigen können. Der malerische Pfad, der zum Kloster des Hl. Ilija führt, beginnt am letzten Haus des Dorfes und schlängelt sich durch den dichten Eichenwald bis zum Busen des Berges Pelister.

Der zweite Teil des Weges führt den Besucher in das Dorf Malovishta und seine Umgebung. Dieses Dorf verfügt wie kaum ein anderes über ein außergewöhnliches kulturelles und spirituelles Erbe, da es unberührt geblieben ist und somit von dem Leben und den jahrhundertelangen Bräuchen zeugt, die in diesem Teil Mazedoniens überlebt haben.

Auf 1.410 m Seehöhe, 2,5 km südöstlich des Dorfes Malovishta, inmitten eines Eichenwaldes, steht das Kloster Hl. Ana hoch zwischen den hohen Bäumen. Es gibt Aufzeichnungen, die belegen, dass das Kloster bereits Mitte des 18. Jahrhunderts dort stand.

Hoch auf dem Berg Baba, unterhalb des Gipfels „die Pyramide“ auf 2.000 m Höhe, befindet sich die Kirche des Heiligen Erlösers, die der Auferstehung Christi gewidmet ist. Sie wurde vom Volk auf den Felsen des Berges gebaut. Der Gipfel, auf dem der kleine Glockenturm steht, bietet einen herrlichen Blick auf den Prespasee.

Paradies für Wanderer und Mountainbiker

Der felsige Pfad ist als Lehrpfad gekennzeichnet und führt die Besucher durch eine sehr attraktive Landschaft voller Naturschönheiten. Während des gesamten Weges kann der Besucher die dichten Molika-Kiefernwälder genießen, die Zeugen seltener und endemischer Blumenarten und spezifischer Reliefformen sind, die durch lange und komplizierte natürliche Prozesse entstanden sind. Es gibt auch fossile Relikte aus der Eiszeit.

Der größte Teil des Weges führt durch ein Hochgebirge und bietet atemberaubende Ausblicke auf die umliegende Landschaft. Die faszinierendste Naturschönheit entlang des Weges ist möglicherweise das felsige Gebiet, das sich vom Gipfel Pelister in Richtung des Gipfels Stiv ausbreitet. Diese prächtige Reliefform besteht aus einer Vielzahl von Steinblöcken unterschiedlicher Größe und Form, die sich über die gesamte Länge dieses dominierenden Abhangs erstrecken. Der felsige Pfad ist mit Schildern und Informationstafeln entlang des Pfades markiert. Der Weg hat einen Aussichtspunkt und eine überdachte Hütte.

Der Pelister bietet mit seinen Trails atemberaubende Herausforderungen für die Mount-Biking-Liebhaber.

Der 35 km lange Weg vom Hotel Molika zum Dorf Malovishta ist ein Radweg zur einzigen Siedlung am Rande des Nationalparks Pelister, dem hübschen Dorf Malovishta, das eine Quelle mit Folkloremotiven, authentischer altmakedonischer Architektur, Kirchen, Klöstern und historischer Anerkennung ist. Dieser Weg ist für alle zu empfehlen.

Der 35 km lange Weg vom Hotel Molika zum Großen See ist ein dreiteiliger Radweg, von dem der zweite Abschnitt am schwierigsten ist, wenn man zu den Gipfeln auf 2.180 m hinaufsteigt bietet der Anblick ein atemberaubendes Panorama und unglaubliche Möglichkeiten für ein Sightseeing. Die Tour wird allerdings für erfahrene Biker empfohlen.

Die größte Herausforderung ist die 1,9 km lange Strecke von Kopanki über das Hotel Molika zum Children Hostel, die nur 5 Minuten dauert, aber das Erlebnis ist unvergesslich. Es ist eine Mountainbike-Strecke mit extrem rasanter Abfahrten, Stößen und Sprüngen und schnellen Kurven. Es ist eine unvergessliche Mischung aus hoher Geschwindigkeit, Adrenalinfluss und Geschicklichkeit und ideal für die Organisation von Mount-Bike-Wettbewerben und Rennen.

Der Baba-Berg hat viele interessante Orte, die darauf warten, entdeckt zu werden. Wenn Sie Archäologieliebhaber sind, können Sie die Siedlungen aus der Eisenzeit und dem Mittelalter besuchen, die sich in der Nähe des Parks befinden. Wenn Sie dem alten Pfad Via Ignatius folgen, der durch den Park führt, haben Sie die einmalige Gelegenheit, denselben Weg zu gehen, auf dem Apostel Paulus, die makedonische Phalanx, die römischen Legionen und die byzantinischen Zaren unterwegs waren.

 

Dieser Artikel ist Teil der Serie „Reiseleiter Mazedonien“ vom Deutschsprachigen Mazedonischen Internetportal Makedonien.mk, und Mazedonien-News.mk