Innerhalb zwölf Jahren sind in Mazedonien 20 Prozent weniger Grundschüler in den Schulen des Landes im Unterricht. Das mazedonische Portal 360Stepeni (360 Grad) mit einer Analyse die wir für Euch übersetzt haben:

Zusammenfassend geht aus den Daten des Statistischen Amtes hervor, dass im Schuljahr 2005/2006 insgesamt 235.691 Grundschüler im Land eingeschrieben waren. Im Schuljahr 2017/2018 gab es nach Angaben des Bildungsministeriums insgesamt 188.893 Schüler. Oder anders gesagt, seit 12 Jahren ist die Zahl der Grundschüler um rund 47.000 oder 20 Prozent gesunken.

Liegt die geringere Anzahl von Kindern in der Grundschule an der ebenfalls abfallenden Geburtenrate? In Anbetracht der Tatsache, dass die Grundschulbildung in Mazedonien Pflicht ist, hat 360 Stepeni verglichen, ob der Rückgang der Schülerzahl mit der Anzahl der Lebendgeburten in einer bestimmten Generation symmetrisch ist.

Daten des Amtes für Statistik zeigen, dass im Zeitraum 1999-2001 durchschnittlich 25.000 Kinder geboren wurden. In den drei Jahren von 2009 bis 2011 sank der Jahresdurchschnitt auf rund 23.500 Kinder. Der Rückgang betrug demnach 6 Prozent, ist jedoch viel geringer als der Rückgang von 20% der Schüler im selben Zeitraum. Dies bedeutet, dass 14 Prozent der Kinder anderswo „abgereist“ sind. Die logischste Annahme ist – mit ihren Eltern ins Ausland.

Die Zuverlässigkeit dieser These hat 360 Stepeni auch in den detaillierten Daten des Bildungsministeriums hinterfragt, die einen detaillierten Überblick über die Anzahl der Schüler in jeder Grundschule des Landes für den Zeitraum vom Schuljahr 2012/13 bis 2017/18 verschafften. Allerdings konnten solche Daten für das vergangene letzte Schuljahr nicht zur Verfügung gestellt werden.

Das NGO-Zentrum für zivile Kommunikation hat jedoch seine Datenbank mit Zahlen von 2006/07 bis 2015/16 zur Verfügung gestellt. Die Quelle dieser Daten ist das Statistische Landesamt.

Im Laufe der neun Schuljahre, geht jedes zehnte Kind „verloren“

Die zwei Daten-Stränge reichten aus, um zu überprüfen, wie viele Kinder einer Generation von Erstklässlern in einem Zeitraum von neun Jahren letztendlich auftauchen. Das Ergebnis entspricht leider früheren Erkenntnissen.

Zum Beispiel haben wir die Generation genommen, die Grundschüler die die neunte Klasse 2018 beendete. Diese Generation zählte, bei der „Halb-Matura“ also nach neun Jahren Unterricht 20.740 Kinder. Als wir im Laufe der Jahre zurückkehrten, stellten wir fest, dass im Schuljahr 2009/2010 in dieser Generation ursprünglich 23.002 Kinder eingeschrieben waren.

In den neun Jahren der Grundschulbildung ist diese Generation um 10 Prozent der Schüler geschrumpft. Wenn die Analyse bis 2003 verlängert werden soll, wenn die Erstklässler der Generation 2009/2010 geboren werden sollen, ist ersichtlich, dass die Zahl der Lebendgeburten in diesem Jahr 23.600 betrug. Dies bedeutet, dass diese Generation vom Zeitpunkt der Geburt bis zum Abschluss der Grundschulbildung insgesamt 12,5% der Kinder verloren hat.

Der Rückgang der Schüler ist jedoch auf dem Staatsgebiet nicht gleichmäßig verteilt. In einigen Regionen ist der Trend weitaus ausgeprägter, in seltenen Fällen sogar die Zahl der Studierenden.

Wird die Zeitskala des akademischen Jahres 2006/07 analysiert, als die neue territoriale Organisation bis 2017/18 in der Bildung Anwendung fand, haben nur vier Gemeinden des Landes die Zahl der Schüler erhöht. Gemeinde Aerodrom in Skopje (+ 11,05%), Vevcani (+ 9,63%), Gemeinde Zentrum in Skopje (+ 6,62%) und Studenicani (+ 5,56%).

Das Wachstum in Aerodrom und Centar ist auf die Migration (Zuzüge) zurückzuführen, während es in Vevcani und Studenicani auf die Geburtenrate zurückzuführen ist. Bei Null ist nur eine Gemeinde – Novaci. Alle anderen 75 Gemeinden des Landes verzeichnen einen Rückgang der Schülerzahlen.

Auf dieser Karte sind die Gemeinden hellrot dargestellt, in denen die Zahl der Schüler um 10% gesunken ist. Dies sind die meisten städtischen und ländlichen Gemeinden in Skopje, aber auch einige Stadtzentren wie Stip und Gevgelija.

Mit einer etwas dunkleren Farbe sind die Gemeinden markiert, in denen der Rückgang der Schülerzahl zwischen 10 und 20 Prozent liegt. Dazu zählen unter anderem Aracinovo, Gazi Baba, Bitola, Valandovo, Kavadarci, Kumanovo, Strumica, Tetovo.

Gemeinden, in denen der Rückgang der Schülerzahl noch ausgeprägter ist, mit 20 bis 30%, sind unter anderem Radovish, Kriva Palanka, Vinica, Demir Hisar und Zelino.

Die dunkelste Farbe haben die Gemeinden, die im Untersuchungszeitraum mehr als 30% der Schüler verloren haben. Solche sind Tearce, Struga, Resen, Pehchevo, Lipkovo, Krusevo, Kratovo, Gostivar, Vrapciste, Bosilovo und andere.

Das extremste Beispiel ist Novo Selo. Vom Schuljahr 2006/07 bis zur Halb-Matura 2017/18 hat diese Gemeinde mehr als 50% Schüler verloren.

Die Zahlen zeigen auch andere Dinge – wie zum Beispiel, dass in einigen Jahren der Verlust an Studenten größer und in einigen kleiner ist. Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass das Land in den letzten zwölf Jahren 20% weniger Grundschüler hat und dass der Trend im Allgemeinen weder zwischen städtischen oder ländlichen Gebieten unterscheidet, weder noch nach religiöse oder ethnische Zugehörigkeit.